Written by 14:03 Allgemein, Carinthia, Instagram, Kärnten, Kärntner Seen, Landschaftsschönheit

Verborgene See-Juwele in Kärnten

Baden im Corona-Sommer: Wenn alle zum See wollen und trotzdem Platz bleiben muss. Hier sieben Geheimtipp-Seen in Kärnten für Badevergnügen abseits der Massen.
Plus: Ein paar Ideen für mehr Abstand an den Paradeufern.

erschienen im Reiseteil der Kleinen Zeitung, Juni 2020

1 Familientauglicher Rauschelesee

Wer je mit Kleinkindern zum Baden wollte weiß: Gute Übersichtlichkeit und ausreichend Entertainment und der Tag ist gerettet! In diesen Dingen ist der Rauschelesee herausragend. Unweit der Landeshauptstadt Klagenfurt gelegen, stellt er eine Alternative zum oft übervölkerten Wörthersee dar.

Im Familienstrandbad Rauschelesee gibt’s großzügige Liegewissen, gut überschaubare und seichte Wasserzugänge sowie ein solides Strandbuffet für den Hunger zwischendurch. Und vor allem: Den großen Natur-Erlebnis-Spielplatz, der nach dem Vorbild der Pfahlbauten im Keutschacher See gestaltet wurde. Kleinkinder lieben diese begehbare Holzhütten auf Lärchenholzpfählen oder Kletterstämme und Wippen in Form von Einbaumbooten.

Ergänzt durch einen Sandspiel-Bereich für die ganz Kleinen und einer Naturbeobachtungsstation für die größeren, neugierigeren Kinder sollte hier zwischen den Baderunden für jeden was dabei. Und die Eltern lassen sich derweil die Sonne auf den Bauch scheinen. Ein guter Ort für einen relaxten Sommertag!

2 Gut versteckt: Der Kraigersee

In einer kleinen Landschaftsmulde verbirgt sich ein echtes Kleinod. Foto: Ed Wohlfahrt

Das Landschaftsschutzgebiet „Kraiger Schlösser“ ganz in der Nähe von St. Veit/Glan ist für sich genommen schon ein Geheimtipp. Eine verwunschene Wald-Teich-Landschaft mit Wanderwegen entlang von alten Ruinen, einem Äquadukt und dem top-erhaltenen spätgotischen Schloss Frauenstein.

Wer hier rundwandert, sollte sich zum Abschluss einen Sprung ins kühle (besser gesagt: ins bis zu 25 Grad warme) Nass des Kraiger Sees gönnen. Eingebettet in eine windgeschützte Mulde wird der kleine See oft übersehen und links liegen gelassen. Gut für alle, die beim Baden keine Massenaufläufe wollen!

Das Strandbad wird seit dieser Saison von der Gemeinde Frauenstein betrieben. Unter großen schattenspendenden Bäume lässt sich herrlich entspannen, die Liegewiese ist in Etagen am Ufer angelegt, so verteilt sich die sowieso überschaubare Badegästeschar auch an starken Tagen angenehm locker. Und weil Nichtstun bekanntlich hungrig macht, empfehlen wir für den Ausklang eines schönen Badetages das nahe gelegene Gasthaus Raunig am Kraigerberg. Ausgezeichnete bodenständige Küche, gemütliche Atmosphäre und ein herrlicher Aussichtspunkt.  

3 Der See für Warmduscher: Turnersee

Warmduscher und Warmbader sind hier an der richtigen Adresse. Wir sagen nur: Bis 28 Grad Celsius! So bacherlwarm wird das Wasser des Turnersees im Sommer.

Der früher „Sablatnigteich“ genannte See in Unterkärnten zählt zu Europas wärmsten Badeseen, ähnlich wie der nahe Klopeiner See. Nur nicht so überlaufen. Wasserratten kommen hier genauso auf ihre Rechnung wie Naturfreunde, die an der geschützten Moorseite des Sees besser aufgehoben sind. Im Sommer ist der „Vogelpark Turnersee“ mit 340 Vogelarten eine tolle Ergänzung.

4 Feld- oder Brennsee: Zweinamig, einmalig!

Der Feldsee im Gegendtal zwischen Villach und Millstättersee ist kein Großer. Aber er leistet sich mit „Brennsee“ einen Zweitnamen und überzeugt mit richtig lässiger Infrastruktur. Ein Familienhotel und eine Sportschule machen dort gemeinsame Sache, und zwar so gut, dass der See zum Insidertipp für Sportler und aktive Familien geworden ist.

Neben klassischem Schwimmen ist im bis 26 Grad warmen Wasser auch Segeln, Surfen, Tauchen, Angeln, Stand-Up-Paddling angesagt. Der bezaubernde Ortskern von Feld am See mit netten Wirtshäusern und Einkaufsmöglichkeiten ist nur einmal Umfallen entfernt. So wie ein zweiter Badesee nur ein paar Kilometer weiter, der wegen einem im Weg stehenden Bergrücken allerdings etwas weniger Sonne abbekommt: der Afritzer See.

5 Cool wie keiner: Der Linsendorfer See

Erfrischung pur im Linsendorfer See, einem Nebenarm der Drau. Fotocredit: Kärnten Werbung

Wenn die Luft flirrt, die Strandbäder sämtlicher Seen unter heilloser Überfüllung ächzen und die bacherlwarmen Gewässer keine Abkühlung mehr bieten: Ab an den Linsendorfer See in Gallizien!

Der in einem alten Draubett angelegte See wird vom Fluss gespeist. Das heißt übersetzt: Die pure Erfrischung selbst während lang anhaltender sommerlicher Hitzeperioden. Der Zugang zum See ist gratis, die Liegewiese aufgeräumt, ein Wohnwagenkiosk versorgt die Gäste mit Proviant. Vor allem Kanufahrer schätzen die Naturbelassenheit. 

6 Chillout-Hideaway: Maltschacher See

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Sommer ist noch nicht ganz vorbei! 😍😍😍

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Gemütlich hineingeflätzt in die sanften Hügel Mittelkärntens, fein temperiert das Wasser, selige Ruhe dank verkehrsarmer Lage. Der Maltschacher See nahe Feldkirchen hat was! Nämlich auch gute Infrastruktur im öffentlichen Strandbad für Badegäste, mit Liegestühlen, Pritschen, Restaurant, Schwimminsel, ausreichenden Parkplätzen und Kiosk.

Und das Beste: Gratis Eintritt! Diese Kombination macht den See zu einem echten Geheimtipp für alle, die einfach einen gechillten Badetag genießen möchten. Aber pssst, nicht weitersagen!

7 Idylle pur am Egelsee

Lassen Sie sich nicht abschrecken vom Namen, der hat nichts mit Egeln zu tun sondern ist eine Verwässerung des ursprünglichen „Ecksees“. Wie auch immer: Wer einmal dort war, muss seine Vorstellung von Idylle neu überdenken. Erreichbar ist der kleine Moorsee nur über Wald- und Wanderwege, also zu Fuß oder per Mountainbike. Kein Hotelklotz weit und breit, keine Sportanlage, keine Bar. Nur Natur. Schön.

Gelegen am Fratresrücken zwischen Drautal und Millstättersee braucht man je nach Fortbewegungsart eine Viertel bis eineinhalb Stunden zum Egelsee. Am weitesten mit dem Auto zufahren kann man über Molzbichl.

Aber dann: Vogelgezwitscher, das leise Rauschen des Waldes, Grillenzirpen. Abkühlen vom kleinen Badesteg aus ist gratis, Kraft und Sonne tanken ebenfalls. Wer danach eine Stärkung braucht: Gasthof „Lug ins Land“ in Oberzmöln oder Gasthof St. Wolfgang bieten gutbürgerliche Küche und urig-authentisches Ambiente.

Bonustipps:
Stresslos an populären Kärntner Seen

Wörthersee

In Ruhe baden im Juli und August? Das geht am Wörthersee nur am eigenen Privatstrand. Oder wenn man es sehr clever macht. Zum Beispiel mit dem Einheimischen-Trick: Tagesrand-Baden! Damit holt man sich die Erfrischung zweimal täglich, aber garantiert ohne eingeölte Horden in Badehosen, nämlich frühmorgens und abends ab 18 Uhr.

Eine andere Möglichkeit: Rausfahren! Mitten am See ist Abstandhalten am leichtesten. Tret- und Elektroboote sind die Klassiker dafür. Sportlicher – und vom See-Erlebnis viel edler – ist Stand-Up-Paddling. Nass werden will man sowieso.

Millstätter See

Sicher, am touristischen Nordufer wirbelt’s im Sommer. Aber das Südufer des Millstätter Sees ist naturbelassen und weitestgehend unverbaut. Die perfekte Umgebung für ein gepflegtes, einsames Bad im kühlen Nass. Und zum Glück auch ohne Probleme zu erreichen: Der Rad-Rundweg um den See führt am Südufer entlang.

Wer die Augen beim Radeln offen hält, entdeckt so manchen schönen See-Einstieg und idyllische kleine Buchten. Immer gut beschattet von dem großen Bäumen auf dieser Seeseite. Zusatz-Tipp: Früh am Tag losstarten. Dann ergattert man eine der liegefreundlichen, wilden Seebuchten. 

Faaker See

Wo wäre Abstand halten leichter als auf einer weitläufigen Insel? Der Faaker See hat so eine. Sogar mit einem kleinen 4-Sterne-Hotel drauf. Die Insel gibt’s aber auch günstiger und kürzer: Beim „Inseltag“. Tagesgäste setzen via Wasser-Taxi über und können vor Ort ins Strandbad oder spazieren durch den Inselwald.

Weißensee

Der Weißensee in Oberkärnten ist ohnehin keiner von den heillos überlaufenen Seen, aber im Hochsommer kann es auch hier ziemlich gut gefüllt sein. Deshalb am besten per Pedes den Touristenansammlungen entfliehen.

Für Wasserratten und Badewillige sehr ergiebig ist der Ufersteig am Ostufer nach dem Ronacherfels. Bis zur „kleinen Steinwand“ ist die Wanderstrecke auch für Familien mit Kindern kein Problem. Entlang des idyllischen Weges durch Wald, über Wurzeln und Wiesen finden sich zwischendrin immer wieder schöne Platzerln und einsame Buchten zum Abkühlen.

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