Written by 16:39 Allgemein, Alpe Adria Region, Carinthia, Kärnten

Das Klein-Tibet der Alpen

Bunte Gebetsfahnen, mannshohe Gebetsmühlen, ein Lingkor und ein buddhistisches Zentrum: Im Kärntner Görtschitztal greift ein spannendes Crossover von alpenländisch und fernöstlich um sich. Und der Dalai Lama hat’s abgesegnet!

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Dieses Jahr feiert der Dalai Lama seinen 85. Geburtstag. Und das europaweit einzige Bildungsinstitut, das von seiner Heiligkeit persönlich beauftragt wurde, seine Lehren weiterzugeben, steht im beschaulichen Görtschitztal in Kärnten. Genauer: im einstigen Bergwerksort Knappenberg. Der Auftrag seiner Heiligkeit an den Direktor Gesche Tenzin Dhargye hieß, hier die Inhalte des tibetischen Buddhismus zu lehren und zu verbreiten. Und zwar für Menschen aller Konfessionen, die interessiert sind an geistiger Transformation. „Wir haben sicher keinen missionarischen Eifer. Niemand muss Buddhist sein oder werden, um an unseren Kursen und Seminaren teilzunehmen“, sagt Lucia Waldhör, Mitarbeiterin im Tibetzentrum Knappenberg. Vielmehr gehe es um Geistesschulungen, um philosophische Auseinandersetzung mit menschlichen Emotionen, um das Erlernen von Meditation. Nicht zuletzt werden in Knappenberg aber auch Inhalte zur tibetischen Medizin und Massage vermittelt, die in unseren Breiten immer öfters nachgefragt werden.

Tatsächlich ist ein Besuch in diesem Bildungshaus wie ein Kurztrip nach Tibet. Schon vorm Haus wehen bunte, tibetische Gebetsfahnen. Große rote Gebetsmühlen warten darauf, im Uhrzeigersinn angestoßen zu werden, um so ihren Segen verbreiten zu können. Im Haus selbst haben tibetische Künstler die Wände mit ihren authentischen Malereien verschönert, verschiedene Buddha-Darstellungen und ein riesiges Sandmandala begrüßen den Besucher schon im Foyer. In den ersten zehn Jahren seines Bestehens hat sich das Tibetzentrum Knappenberg bereits weit über Kärnten hinaus einen Namen gemacht: Über 8.000 Menschen haben hier schon Fortbildungen besucht, 150 Tage im Jahr wird im Haus unterrichtet.

Der exotischste Fleck Kärntens

Wie überhaupt die ganze Gegend höchst tibetisch angehaucht ist: Im Heinrich-Harrer-Museum in Hüttenberg etwa lässt sich im tibetischen Gebetsraum mehrsinnig eintauchen in die fernöstliche Kultur. Gleich gegenüber dem Museum wehen Gebetsfahnen im Wind und leuchten tibetische Gottheiten in bunten Farben von den Felsen: Der Lingkor, ein tibetischer Gebetspfad, der sich die steilen Wände hinaufschlängelt, ist wohl einer der exotischsten Orte Kärntens. Von hier führt der „Weg des Dialogs“, ein mit vielen Infos über Unterschiede und Gemeinsamkeit von Alpen und Himalaya gespickter Wanderweg, hinauf nach Knappenberg. Das neben dem Tibetzentrum befindliche Viersterne-Hotel Jufa Knappenberg ist ebenfalls architektonisch, in der Ausstattung und in verschiedenen Aktivitäts- und Kulinarikangeboten tibetisch angehaucht.

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